Hilfe für Erdbebenopfer in Haiti
Die gesamte Innenstadt ist ein Trümmerfeld. 1,2 Mio. Menschen sind obdachlos.
„Es ist zum Verzweifeln.
In Port-au-Prince herrscht Chaos. Die Menschen verlassen die Stadt,
weil sie dort weder Wasser noch Lebensmittel haben. Es gibt keine Regierung
mehr, keine Strukturen und niemanden, der sich kümmert. Die Gebiete außerhalb
der Hauptstadt werden von verzweifelten Menschen überschwemmt, die Hilfe
brauchen.“
GAiN-Mitarbeiter Bill Blaney beschreibt die Situation fünf Tage nach dem Beben in Haiti
Diese provisorischen Zelte halten einem Regen nicht stand. Eine Mutter erzählte, dass sie ihr Baby nachts immer auf den Bauch legt, damit es nicht nass wird.
Die Überlebenden warten
Das Erdbeben am 12.1.2010 traf den kleinen Inselstaat Haiti mit besonderer Wucht: Die Hauptstadt Port au Prince ist fast vollständig zerstört, die Infrastruktur funktioniert nicht mehr. Niemand weiß genau, wieviel Tote es gegeben hat, man vermutet über 300.00. Die Menschen und der Staat sind mit der Situation komplett überfordert, da auch die meisten Behörden zerstört sind. Selbst mehrere Wochen nach dem Beben leben Hunderttausende immer noch in provisorischen Unterkünften und haben wenig Hilfe erhalten. Bald sind die wenigen Nahrungsmittelvorräte komplett aufgebracht und die Menschen werden verhungern.
Diese Familie verlor alles. Sie konnten nur ihr Bett aus den Trümmern retten.
Direkte Hilfe nach dem Beben
Schon seit mehreren Jahren hilft GAiN Kanada dem bettelarmen Land, das immer wieder von
Wirbelstürmen und anderen Naturkatastrophen heimgesucht wurde. Deshalb gab es schon Kontakte zu Gemeinden und einer einheimischen Hilfsorganisation. Aus Amerika und Kanada ist ein Team von GAiN-Mitarbeitern seit dem 16. Januar im Land, um die Hilfslieferungen zu koordinieren und Lebensmittel zu verteilen. Außerdem ist ein Team von Medizinern vor Ort, um in einer mobilen Klinik die Kranken zu behandeln.
GAiN konnte kurz nach der Katastrophe 50 Tonnen
Babynahrung per Cargo-Flugzeug von Air Berlin in die Dominikanische Republik
schicken. Von dort wurde die Ware per Lkw nach Haiti transportiert und dort verteilt. Weitere
Transporte sind bereits auf dem Weg. Mitarbeiter von GAiN kauften Reis und Bohnen in der Dominikanischen Republik, und packten zusammen mit Einheimischen Lebensmittelpakete für die obdachlosen Menschen. Hilfe
für Haiti wird langfristig nötig sein. Geplant ist der Bau einer Lagerhalle aus Containern, in der die Hilfslieferungen gelagert und Lebensmittelpakete gepackt werden sollen. Von dort aus werden sie in die Lager verteilt.
Diese Mutter freut sich sehr über die Babynahrung aus Deutschland.
Wie GAiN hilft
Lebensmittel Bis die ersten Lieferungen eintrafen, kaufte GAiN Bohnen, Reis und Öl in der Dominikanischen Republik und verteilten dies in Flüchtlingslagern. aus Deutschland wurden bisher 130 Tonnen Babynahrung und Lebensmittel nach Haiti gebracht, Wert: eine halbe Mio. E. Ein Lkw für den Transport von Lebensmitteln ist auf dem Weg. Er soll im Land bleiben.
Medizinische Teams In einer kleinen Klinik in Chambrun und in einer mobilen Klink waren bisher 15 Teams von freiwilligen Medizinern im Einsatz und konnten 7000 Menschen behandeln. Diese Hilfe soll bis zum Mai fortgesetzt werden.
Wasserfilter GAiN verteilte bisher 7500 Wasserfilter und schulte Menschen, die anderen den richtigen Gebrauch der Filter erklären.
Trauma-Beratung Zwei Teams von Psychologen schulten bisher 565 Pastoren und Leiter, damit sie traumatisierten Menschen helfen können. 20-30 GAiN-Mitarbeiter sind ständig vor Ort, um Hilfe zu leisten.
Stand 22.2.2010
Hilfe für Haiti wird noch lange nötig sein.Die Menschen brauchen Unterstützung aus dem Ausland.
GAiN ist in Haiti von der UN als offizielle Hilfsorganisation registriert.
Helfen Sie mit Ihrer SpendeInterviews und Videos:
- Fotos aus Haiti- Radiointerview (ERF) mit Klaus Dewald