In den Flüchtlingslagern werden Wasser und Nahrungsmittel
allmählich knapp. Rebellen haben keine Hemmungen, auch Hilfsstationen
zu plündern. Dieses Land braucht dringend Frieden und Hoffnung.
Liberia leidet nun schon 20 Jahre unter dem Bürgerkrieg.
Hunderttausende haben ihn nicht überlebt oder befinden sich auf
der Flucht. In Monrovia, der Hauptstadt, liefert GAiN Reis und Suppenmischungen
an 24 Gemeinden.
Wer in die Nähe der Gemeinden kommt, wo Essen gekocht
und verteilt wird, spürt einen Geist der Hoffnung. Die Menschen singen
und springen vor Freude. "Wir essen heute Reis" rufen sie laut.
Für Liberianer bedeutet das mehr als nur Nahrung. Jemandem Reis anbieten
bedeutet: sich um ihn kümmern, für ihn sorgen.
Es ist gefährlich in Monrovia. Aus Angst vor den gewalttätigen Soldaten
hat Moses mit seiner Familie seine Wohnung verlassen und hat in einem
Schulgebäude Unterschlupf gefunden. Es gibt Hilfslieferungen von großen
Organisationen, aber Moses hat diesmal Hilfe abgelehnt. Erst vor wenigen
Tagen war er mit anderen Familien unterwegs von Soldaten bedroht worden.
Die Rebellen kassierten ihre Pakete unter Gewaltandrohung. Als sein Freund
sich wehren wollte, bekam er einen Gewehrkolben in den Bauch gestoßen.
Seitdem geht Moses jeden Tag in die christliche Gemeinde, weil er dort
ein warmes Essen für sich und seine Familie bekommt.
Essen und Jesus
24 solche Essens-Verteilstellen hat GAiN mit Hilfe seiner verlässlichen
Partner vor Ort in Monrovia einrichten können. Dort bereiten einheimische
Christen und Mitarbeiter aus christlichen Gemeinden das Essen zu und verteilen
es an Menschen in Not. In den ersten vier Wochen konnten sie 100.000 vollwertige
warme Mahlzeiten anbieten. Was für eine Chance für die Christen dort,
ihren Nachbarn tatkräftige Nächstenliebe zu zeigen. Ihr Ziel ist, dass
jeder Hilfesuchende sich nicht wie einer von tausenden Fällen fühlt, sondern
als Gast. Die Menschen wundern sich, denn sie kennen andere Hilfsprogramme,
die von Korruption durchsetzt sind und ohne viel Liebe durchgezogen werden.
Die liberianischen Mitarbeiter von Campus für Christus haben in den Gemeinden
als Beter, Helfer, Organisatoren und Berater viel Segen bewirkt. Sie konnten
mittlerweile über 5000 Hilfesuchenden den Jesusfilm in ihrer Muttersprache
zeigen. Dabei haben sich über 1000 Menschen für den Glauben an Jesus entschieden.
Der Hunger wächst
In Monrovia hat allein der aktuelle Kampf der Rebellen gegen die Regierungstruppen
mindestens 1000 zivile Opfer gefordert. Tausende Menschen sind auf der
Suche nach einem Unterschlupf. Sie haben ihre Häuser verlassen und sind
in vermeintlich sichere Teile der Stadt geflohen. Sie versammeln sich
auf UN- und Botschaftsgeländen, bei Gemeinden, Schulen und in Sportstätten.
Wasser und Lebensmittel werden in diesen provisorischen Flüchtlingslagern
knapp. Noch gibt es keine Fälle von Hungertod, doch der Hunger wächst.
In Monrovia zu helfen ist nicht ungefährlich. Die Plünderungen durch Regierungstruppen
und Rebellen nehmen weiter zu.
Der jahrelange Bürgerkrieg in Liberia und der andauernde
Konflikt mit den Nachbarländern Guinea und Sierra Leone hat zur Folge,
dass buchstäblich Hunderttausende auf der Flucht sind. Im Jahr 2002
waren es offiziell 200.000 Vertriebene, andere Schätzungen gehen von
bis zu 450.000 aus. Moses und seine Familie konnten vier Wochen lang
täglich ein warmes Essen bekommen. Was wird danach sein? Werden die
UN-Truppen den Frieden in der Stadt sichern können? GAiN möchte helfen
und wird dafür sorgen, dass die christlichen Gemeinden weitere
Lieferungen mit Reis und Suppenmischungen erhalten. Die Mitarbeiter in
den Gemeinden helfen gerne. Es macht ihnen Freude, Hilfe und Hoffnung
zu geben.
Helfen Sie mit, dass Menschen in Liberia genug
zu Essen bekommen. Auch ein kleiner Betrag kann Großes bewirken!