• Gebt den Hunrigen zu Essen, nehmt Obdachlose bei euch auf
  • Wenn ihr einem begegnet, der in Lumpen herumläuft gebt ihm Kleider
  • helft wo ihr könnt
  • verschließt eure Augen nicht vor den Nöten eurer Mitmenschen
  • Dann wir mein Licht eure Dunkelheit vertreiben
  • und in kurzer Zeit sind eure Wunden geheilt
  • eure barmherzigen Taten gehen vor euch her
  • meine Macht und Herrlichkeit beschließt den Zug
  • wenn ihr zu mir ruft werde ich antworten
  • wenn ihr um Hilfe schreit werde ich sagen:
  • Ja hier bin ich nach Jesaja 58, 7-9 (Bibel)


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Reisebericht


Raphael Funck, Mitarbeiter bei GAiN berichtet: 
"Tadschikistan – Wo liegt eigentlich Tadschikistan?" So fragten meine Freunde, als ich von meiner geplanten Reise erzählte. Zugegeben, auch ich wusste kaum etwas über dieses Land, außer dass es an Afghanistan, China, Kirgisistan und Usbekistan angrenzt. Die Reise zusammen mit Klaus Dewald, dem Leiter von GAiN, sollte meine erste Dienstreise für GAiN werden.

Seit Jahren bat uns der Leiter einer Organisation darum, sein Land zu besuchen und seine Arbeit durch humanitäre Hilfe zu unterstützen. Also machten wir uns im Februar auf dem Weg. Als wir aus dem Flugzeug ausstiegen, schaute sich Klaus um und meinte nur: „Hier sieht es aus wie bei meiner ersten Reise 1990 in die damalige Sowjetunion. Auf dem Rollfeld wurden wir von einem alten russischen Lkw abgeholt, wie ich noch keinen gesehen habe. Dann bot sich uns ein trauriges Bild der Hauptstadt Duschanbe: heruntergekommene Häuser mit Plastik oder Holz anstelle von Glasfenstern, verlassene und verfallene Fabriken, völlig veraltete und vielerorts funktionsunfähige Technik – die ganze Stadt, das ganze Land befindet sich in einem unglaublich schlechten Zustand.

Ein hoffnungsloser Fall?
Zu Sowjetzeiten wurden Straßen, Hotels, Fabriken und Wohnblocks gebaut, aber nach dem Zerfall der UdSSR und dem folgenden Bürgerkrieg verfiel das Land. Heute sind die schlimmsten Tage des Krieges vorbei, und der Hunger ist überwunden, doch 80% aller Einwohner leben unter der (von den Vereinten Nationen festgelegten) Armutsgrenze. Während sich in Afghanistan und anderen Ländern ausländische Organisationen, Investoren und internationale Geber die Hände reichen, scheint Tadschikistan sich selbst überlassen. Ein hoffnungsloser Fleck Erde, gebranntmarkt von Drogenhandel, Korruption und dem Machtkampf der Regierung mit konservativen islamischen Kräften. Doch sollte dies nicht der einzige Eindruck bleiben.

Helfen ist oft der Anfang
Die Arbeit der kleinen Hilfsorganisation, die wir besuchten und deren Namen wir hier nicht nennen können, ist ein echter Lichtblick in diesem düsteren und armen Land. Wir verbrachten vier Tage mit dem Leiter, der uns aus seinem Leben und dem seiner Mitarbeiter und der Arbeit in Tadschikistan berichtete. Der Dienst geschieht durch vier völlig unabhängige Organisationen, die alle offiziell registriert sind. Eine davon ist als religiöse Organisation registriert. Wichtig ist immer, dass sie bei Veranstaltungen und Hausbesuchen nicht mit leeren Händen kommen. Daher bereiten die sozialen Dienste den Weg, um Beziehungen zu den Menschen zu bauen. Auf diese Weise sind in vielen Dörfern bereits Hauskreise, Bibelgruppen oder Gemeinden entstanden.  Das alles hört sich leichter und ungefährlicher an, als es ist. Alexey berichtete auch davon, dass schon einige Mitarbeiter ihr Leben bei ihrem Dienst lassen mussten. Viele waren immer wieder im Gefängnis, wurden geschlagen und gefoltert. Auch auf ihn selber wurde bereits geschossen.

Auf unserer Heimreise war uns klar, dass wir unserer Parnterorganisation gern und bald helfen würden. Im Land herrscht so viel Hoffnungslosigkeit, und niemand scheint eine echte ­Perspektive zu haben. Die Weltöffentlichkeit nimmt kaum ­Notiz von dem Land, in dem ein schlimmer Bürgerkrieg herrschte. Wer hilft schon gern einer ­Nation, die als Drogenumschlagplatz gilt, und wo der illegale Waffenhandel blüht? Das kleine Mitarbeiterteam verbreitet unter schwierigen Umständen so viel Licht und lindert so viel Not. Aber dabei brauchen sie Unterstützung. Und die gibt ­ihnen GAiN: Mit Lieferungen an Decken, Kleidung, Hygieneartikeln, Schul­materialien und anderen Hilfs­gütern können sie Menschen helfen und ihnen Hoffnung geben."

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