Von der Kornkammer Europas zum Armenhaus
Die Ukraine galt als die Kornkammer Europas. Ihre Schwarzerdeböden zählen zu den ertragreichsten der Welt. Durch falsche Bestellung kam es zu Sowjetzeiten aber zu starker Erosion und schlechten Erträgen. Erst seit Kurzem beginnen meist westliche Landwirte wieder damit, diese Böden zu nutzen und erzielen damit gute Erträge.
Zwischen 2000 und 2006 gab es einen kurzen Aufschwung der Wirtschaft. 2008 wurde die Ukraine jedoch schwer von der Weltfinanzkrise getroffen. Weite Teile der Industrie mussten wegen fehlender Nachfrage die Produktion einstellen, was zu massiven Lohnrückständen und Entlassungen führte. Im ersten Halbjahr 2009 brach das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent ein. Die Landeswährung Hrywnja verlor 2009 über 40 Prozent ihres Wertes und die Produktion brach ein. Eine Verbesserung ist bis heute nicht erkennbar.
Alltag in der Ukraine
2011 ist die Not wieder auf dem Stand von vor 20 Jahren angekommen. Besonders Rentner, Kinder und Kranke sind von Mangelversorgung betroffen. Es gibt kaum eine medizinische Grundversorgung und wenn, dann ist sie nicht bezahlbar. Die gesetzliche Mindestrente von 45 Euro reicht nicht für Miete, Nahrung, Heizung und Medikamente.
Beispiel: Jemand bekommt 80 Euro Rente. Davon gehen sofort 75 Euro für Miete, Strom und Heizung ab. Für Lebensmittel, Arzt und Kleidung bleiben dann nur 5 Euro. Ohne eigenen Gemüsegarten und Hilfe von außen könnten viele nicht überleben
Eindrücke aus einer Klinik
„Als wir eine ländliche Klinik besuchten, erschütterte uns der schlechte Zustand der wenigen Geräte, die alle noch aus der Sowjetzeit stammten. Neue Geräte von der Gesundheitsbehörde gibt es nicht. Der Chefarzt erzählte uns, dass er nach neuen Geräten anfragte. Als Antwort bekam er: wenn er welche haben wollte, müsste er die Klinik eben privatisieren und dann die Geräte kaufen. Wovon, das weiß er bei einem Gehalt von 240 Euro im Monat nicht.“ Thomas Steffen, Projektleiter Ukraine
Infos zum Projekt
Wie Sie helfen können











