• Gebt den Hunrigen zu Essen, nehmt Obdachlose bei euch auf
  • Wenn ihr einem begegnet, der in Lumpen herumläuft gebt ihm Kleider
  • helft wo ihr könnt
  • verschließt eure Augen nicht vor den Nöten eurer Mitmenschen
  • Dann wir mein Licht eure Dunkelheit vertreiben
  • und in kurzer Zeit sind eure Wunden geheilt
  • eure barmherzigen Taten gehen vor euch her
  • meine Macht und Herrlichkeit beschließt den Zug
  • wenn ihr zu mir ruft werde ich antworten
  • wenn ihr um Hilfe schreit werde ich sagen:
  • Ja hier bin ich nach Jesaja 58, 7-9 (Bibel)


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Wie alles begann

Winter 1990: Der erste Transport startet

Es ist der 25. Dezember 1990. In Gießen macht sich eine Gruppe Freiwilliger auf die beschwerliche Reise Richtung Osten. Ihre beiden Lkws sind mit Lebensmitteln, Kleidung und Medikamenten für Krankenhäuser in Riga und Leningrad beladen. Leiter des Transports ist der Lkw-Mechaniker Klaus Dewald, der auch einen der 40 Tonner fährt. Zusammen mit seiner Frau Claudia, drei Fahrern, einem Arzt und drei Dolmetschern will er auf unbürokratische Weise Bedürftigen in Russland und Lettland helfen.
 
Studenten sammeln für Osteuropa
Vorausgegangen war der Fahrt eine große Spenden-Sammelaktion, initiiert von Studenten und Mitarbeitern von Campus für Christus. Auf dem Gießener Weihnachtsmarkt und in der lokalen Presse machten sie die Öffentlichkeit auf das Leid der Menschen im Ostblock aufmerksam. Sie folgten damit dem Appell des sowjetischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow, den russischen Völkern im Hungerwinter 1990/91 zu helfen. Ein Name für das Projekt der Gießener Studenten ist schnell gefunden: "Aktion Hungerwinter". Die Resonanz in der Bevölkerung ist enorm. Privatleute, Kirchengemeinden, Firmen, Schulen und Vereine spenden.

Klaus Dewald, Leiter von GAiN, ist seit dem ersten Transport dabei
Weihnachten "on the road"
Nun heißt es, die Hilfsgüter an Ort und Stelle zu bringen. Ein versierter Fahrer muss her. Claudia Dewald, Mitarbeiterin bei "Campus für Christus", erzählt ihrem Mann Klaus von dem Projekt. Als Kfz-Mechaniker und Fuhrparkleiter bei einer Spedition weiß er, welche Vorkehrungen er für den 6.000 km langen Transport nach Osteuropa treffen muss. Mit zwei beladenen Lkws, einem Wohnmobil und einem Kastenwagen mit Ersatzteilen für eventuelle Pannen geht es am 1. Weihnachtsfeiertag los.
 
1991: Im Reich des Bären

Die Studenten um Aktion Hungerwinter organisieren sich immer besser und es fahren zwei weitere Konvois mit Hilfsgütern beladen nach Riga (Lettland) und St. Petersburg (Russland)

1992 fuhren 4 Transporte in zwölf Wolga-Städte an der Wolga, v.l.n.r.: Agris Dambis, Peter Böhler, Claudia und Klaus Dewald, Michael Raabe, Reinhold Schulz, Thomas, Steffen

1992: Wie geht es weiter?

Die Studenten wenden sich wieder dem Studium zu und "Aktion Hungerwinter" scheint zu sterben. Klaus Dewald möchte sich gerne weiterhin dafür einsetzen, dass Menschen in Osteuropa geholfen wird. Deshalb beschließt er zusammen mit Ralf Gnewuch, der in Lettland sein Diplomarbeit schreibt, noch einen weiteren Transport dorthin durchzuführen. Klaus Dewald übernimmt die Leitung von Aktion Hungerwinter. Bald darauf wird er von Campus für Christus angefragt, ob er die Organisation von Hilfstransporten in zwölf Millionenstädte an der Wolga übernehmen will. Er sagt zu, kündigt seinen Beruf als Fuhrparkleiter und wird hauptamtlicher Mitarbeiter bei Campus für Christus im Arbeitsbereich Aktion Hungerwinter.

1994: Der doppelte Nutzen

Die Situation Ende des Jahres: Die Mitarbeiter von Aktion Hungerwinter haben zunehmend Probleme, die Hilfstransporte zu finanzieren. Ein Reifen kostet ca. 400 €, ein neues Getriebe rund 15.000 €. Es bietet sich an, die Lkws nach ihrer Entladung nicht leer, sondern mit Handelsware auf den Heimweg zu schicken. Eine Idee ist geboren: Am 22. Dezember 1994 wird die Spedition "Klaus Dewald-Transport" im Handelsregister der Stadt Riga als GmbH eingetragen. Der 65. Transport von Aktion Hungerwinter ist zugleich der erste, dessen Durchführung nicht mehr nur von Spendengeldern abhängt. Die Spedition arbeitet gewinnorientiert und steht im unternehmerischen Wettbewerb. Heute sind 18 Fahrer, drei Mechaniker und vier Büroangestellte bei der Spedition beschäftigt. Neben den Gehältern der Fahrer finanziert die Spedition auch einen Teil der Transportkosten. Somit können die eingehenden Spenden noch effektiver für die sozial-missionarischen Projekte, die Unterstützung von Waisenkindern in ihren Gastfamilien und für internationale Hilfsprojekte verwendet werden.
 
2002: "Aktion Hungerwinter" wird zu "GAiN"

Schon lange suchten Klaus Dewald und seine Mitarbeiter nach einem anderen Namen für die Arbeit. Die meisten Leute konnten mit "Aktion Hungerwinter" nichts mehr verbinden, da ja praktisch alles daran falsch war: Wir fahren auch im Sommer Transporte und aus der einmaligen Aktion hat sich längst eine dauerhafte Arbeit entwickelt. Der Kontakt mit Mitarbeitern von GAiN in Kanada (ein Arbeitsbereich von Campus für Christus in Kanada) gab die Idee für einen neuen Namen: Im gemeinsamen Gespräch wurde überlegt, dass es von Vorteil wäre, alle Arbeitsbereiche, die bei Campus für Christus humanitäre Hilfe leisten, "GAiN" zu nennen.
 
Hilfe, die ankommt
Bisher konnten über 500 Transporte (Stand 2/2008) mit 40-Tonnern in verschiedene osteuropäische Länder und auch in andere Regionen der Welt gebracht werden. Das jährliche Transportvolumen beträgt ca. 700 Tonnen Hilfsgüter. Das sind über 60 Lkw-Ladungen pro Jahr.

Weitere Entwicklungen können Sie in unserem Archiv nachlesen.