Ukraine – warum wir helfen

Der vergessene Krieg

Die Ukraine ist der größte Flächenstaat Europas. Bewohnt wird sie hauptsächlich von Ukrainern und Russen. Als die Bevölkerung im sogenannten Euromaidan 2013 eine Annäherung an die EU forderte, kam es zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen und einem Sturz der Regierung. 2014 eskalierte die Spannung zwischen prorussischen und ukrainischen Milizen. Die Halbinsel Krim wurde von Russland annektiert und in der Ostukraine begannen Gefechte. Trotz mehrerer Friedensvereinbarungen (Minsk I und II) dauert dieser Krieg bis heute unverändert an und fordert täglich Todesopfer.

Flucht und Not

Not herrschte in der Ukraine schon vor dem herrschenden Krieg. Nach der Herauslösung aus der Sowjetunion kam es nie zu echten Reformen. Selbst wer Arbeit hat, ist darauf angewiesen, nebenbei etwas Landwirtschaft zu betreiben – sonst ist das Überleben kaum möglich. Alte, Kranke und Schwache, die diese Möglichkeit nicht haben, leiden wirkliche Not. Aktuell kommt erschwerend hinzu, dass über 2 Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht sind, ohne Arbeit und Wohnung.

Katerinas Geschichte

Sechs Monate in einem Keller

Ich habe drei Kinder. Mein ältester Sohn ist zehn, meine Tochter neun Jahre und mein jüngster Sohn fünf Monate alt. Ich bekomme 2.000 ­Griwna (ca. 68 Euro) im Monat, ­wovon ich das meiste für Haferflocken und Windeln aus­gebe. Wir sind vor dem Krieg in der Ostukraine geflohen und haben alles verloren.

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Fortsetzung Geschichte

Sechs Monate in einem Keller

Als der Beschuss anfing, waren meine beiden älteren Kinder allein zu Hause, ich war im achten Monat schwanger. Unser Haus wurde damals von drei Granaten getroffen, weshalb wir große Angst hatten und zunächst in das Haus meiner Eltern gegangen sind. Dort warteten wir, dass das Granatfeuer aufhört, aber die Separatisten schossen jeden Tag, jede Stunde. Ich habe unter Granatenbeschuss meinen jüngsten Sohn geboren. Wir lebten sechs Monate im Keller, ohne elektrischen Strom, ohne Wasser oder Gas. Wir kochten auf Lagerfeuern und mussten zwei Kilometer laufen, um etwas Wasser zu holen. Mein Ältester wurde auf dem Weg zum Wasser­holen beinahe getötet. Monatelang hatten wir kein Brot.

Hoffnung auf Frieden

Als die Situation irgendwann untragbar wurde, verließen wir die Stadt. Es war eine Flucht mit nichts außer dem, was wir mit den eigenen Händen tragen konnten und Geld für nur einen Monat. Wir mieteten eine Wohnung in Kramatorsk, wo wir im Bus Menschen trafen, die uns dann geholfen haben, Fuß zu fassen. Hoffentlich ist der Krieg bald vorbei, dass wieder Frieden herrscht und wir aus dieser schrecklichen Situation herauskommen. Ich erwarte nicht mehr, dass wir unser Haus zurückbekommen. Wahrscheinlich könnte man es derzeit noch reparieren, aber der Krieg ist auch noch nicht vorbei. Man streckt die Hände aus und betet: „Herr, wann wird das alles aufhören? Gott, bewahre uns vor diesem Krieg, möge diese Bombe die letzte sein. Gott, bewahre uns!“.

Kein Zurück

Diesen Bericht gab Katerina T., als die Mitarbeiter der christlichen Gemeinde Lutsk sie 2015 besuchten und ihr Hilfsgüter brachten. So wie viele andere Landsleute konnte sie bis heute nicht zurück in ihre Heimatstadt. Der Krieg gärt immer noch, auch wenn die Medien kaum noch darüber berichten.

Ukraine – das Projekt

Starke Partner vor Ort

In der Ukraine arbeitet GAiN seit Langem mit mehreren Partnern zusammen. Zwei Kirchengemeinden und eine Stiftung engagieren sich in Lutsk (220.000 Einwohner) und Kremenez (35.000 Einwohner). Hilfe geschieht langfristig über Suppenküchen, Kleiderkammern und Besuchsdienste. Ihre Mitarbeiter verteilen Hilfsgüter in Zusammenarbeit mit Sozialämtern an Einzelpersonen oder Familien. Manches wird auch an Einrichtungen wie Krankenhäuser, Kinder- oder Altenheime gegeben. So erhalten Menschen Hilfe, die sich sonst von der Gesellschaft „abgeschrieben“ fühlen. Sie bekommen soziale Kontakte und schöpfen neuen Lebensmut. GAiN bringt etwa 40 Hilfstransporte pro Jahr ins Land.

GAiN hilft in der Ukraine mit:

  • Kleidung und Schuhen
  • Schulranzen
  • Hygieneartikeln
  • Krankenhausbedarf

Ukraine – wie Sie helfen können

Unterstützen Sie Familien in der Ukraine durch:

  • Hilfsgüter (Kleidung, Schuhe …)
  • Schulranzen
  • Geld

Ihre Spende hilft!

  • Mit 50 Euro ermöglichen Sie den Transport von einem Rollator, Toilettenstuhl oder Rollstuhl.
  • Für 150 Euro können wir eine Euro-Palette mit Kleidung, Nahrungsmitteln oder Schulranzen in die Ukraine bringen.
  • Mit 2.000 Euro übernehmen Sie die Transportkosten für eine Lkw-Fahrt von Gießen nach Lutsk.

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