Die Situation der Menschen im Gazastreifen ist verheerend. Not und Zerstörung sind allgegenwärtig. Mit einem multikulturellen Team helfen wir direkt vor Ort und setzen damit auch ein Zeichen der Annäherung. Spenden
Nach zwei Jahren Krieg im Gazastreifen ist die Infrastruktur fast vollständig zerstört. Es gibt für die Einheimischen kaum mehr Möglichkeiten, sich zu versorgen. Ein Großteil der Häuser und Gebäude liegt in Trümmern. Mit rund zwei Millionen Menschen ist fast die gesamte Bevölkerung auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Versorgung mit überlebenswichtigen Dingen wie Wasser, Medizin und Grundnahrungsmitteln ist trotz fortwährender Friedensbemühungen weiterhin katastrophal.
Das Leid dieser Menschen bewegt uns schon lange. Mit unseren langjährigen Partnern in Israel suchten wir nach Wegen, ihnen zu helfen. Im vergangenen Sommer bekamen wir von israelischen Behörden schließlich die Meldung, dass wir autorisiert wurden, Hilfsgüter von Israel aus direkt in den Gazastreifen bringen zu dürfen. Diese Möglichkeit haben weltweit nur sehr wenige Organisationen.
Hala, Witwe, 33 Jahre
Seit Oktober 2025 können wir gemeinsam mit unserem Partner Hilfsgüter in den Gazastreifen transportieren, vor allem Lebensmittel wie Mehl, Gemüse und Öl. Bis Februar 2026 waren es 170 Lieferungen mit einem Umfang von mehr als 4.000 Tonnen Gütern. Unsere GAiN-Mitarbeiter in Israel koordinieren mit lokalen Kontakten auf israelischer und palästinensischer Seite die Verteilungen in der Region um Khan Younis. Wir schätzen, dass wir damit bisher mehr als 20.000 Menschen helfen konnten. Wir unterstützen außerdem eine Suppenküche, die täglich bis zu 10.000 Menschen mit einer warmen Mahlzeit versorgen kann.
Unser Ziel ist, die Menschen in Not weiterhin so gut wir können zu unterstützen. Transporte von Gießen aus sind möglich, aber deren logistische Durchführung läuft bisher leider noch kompliziert und aufwändig ab. Von Israel aus wollen wir mit vor Ort gekauften Gütern regelmäßige Hilfslieferungen ermöglichen.
Unser Team vor Ort besteht aus Israelis, Palästinensern, Arabern, Drusen, Juden, Polen und Deutschen. Neben der praktischen Hilfe möchten wir damit auch das Zeichen setzen, dass Annäherung - über religiöse und politische Grenzen hinweg - möglich ist. Nur gemeinsam kann es gelingen, die Not im Gazastreifen zu lindern und Pfade der Versöhnung einzuschlagen.
Wir bringen verschiedenste Hilfsgüter in den Gazastreifen. Viele Lebensmittel, wie Obst und Gemüse, sind schnell verderblich. Deshalb kaufen wir einen Großteil der Waren direkt vor Ort ein.
Mit deiner Spende unterstützt du den Kauf von Hilfsgütern und deren Transport in den Gazastreifen.
Wir sind dringend auf der Suche nach Unternehmen, die haltbare Lebensmittel produzieren. Gebraucht wird aktuell vor allem Milchpulver. Aber auch Nudeln, Mehl, Reis, Konserven, Salz, Powerriegel oder Zucker werden dringend benötigt, ebenso Kleidung und Hygieneartikel. Unser Ansprechpartner dafür ist Samuel Ströhmann.
Zwei Millionen Menschen leben im Gazastreifen. Ihre Versorgung mit lebenswichtigen Gütern wie Nahrung, Wasser und Hygienartikeln ist nach wie vor katastrophal. Dank langjähriger Beziehungen in Israel ist GAiN in der Lage, Hilfgüter in den Gazastreifen zu bringen. Als Hilfsorganisation möchten wir die offenen Türen nutzen, um den Menschen im Gazastreifen zu helfen. Dabei stehen wir an der Seite der Menschen in Not und nicht auf der einen oder anderen Seite der Kriegsparteien.
GAiN ist durch die Arbeit mit Holocaustüberlebenden bereits seit vielen Jahren in Israel aktiv. Unsere Kollegen vor Ort haben in dieser Zeit intensive Beziehungsarbeit geleistet und diese seit dem 7. Oktober 2023 nochmals intensiviert. Mittels dieses Netzwerks ist es uns gelungen, eine Erlaubnis für die Lieferung von Hilfsgütern in den Gazastreifen zu bekommen.
Unsere Arbeit im Gazastreifen begann erst im Herbst 2025. Als Israel neue Vorschriften für in Gaza tätige NGOs verabschiedete, stellte sich daher nicht die Frage, ob wir unter den neuen Bedingungen weiterarbeiten wollten oder nicht. Wir haben die neuen Rahmenbedingungen der israelischen Regierung geprüft und wie einige andere Organisationen und die UN beschlossen, dass wir innerhalb dieser Rahmenbedingungen unsere eigene Hilfsstruktur aufbauen können und wollen. Spendengelder helfen Menschen im Gazastreifen also auf direktem Wege, indem wir Hilfsgüter einkaufen und zu ihnen bringen.
Die Hilfsgüter werden direkt in die Hände von Familien übergeben. Unser Partner, der die Hilfsgüter verteilt und die Suppenküche betreibt, ist von israelischen Behörden geprüft und anschließend akkreditiert worden. Auf diese Weise gelangt unsere Hilfe tatsächlich zu den notleidenden Menschen. Keiner unserer Transporte ist bisher von terroristischen oder bewaffneten Gruppen überfallen oder umgelenkt worden. Dies wird uns von der UNOPS (Büro für Projektdienste der Vereinten Nationen) bestätigt, die alle Transporte fortlaufend überwacht und dokumentiert, ob Hilfslieferungen abgefangen werden. Alle Personen, die unsere Hilfsgüter verteilen, sind den israelischen Behörden bekannt, nicht jedoch die Hilfe empfangenden Familien.
Die israelische Regierung legt fest, welche Güter gebracht werden dürfen. Verboten sind Güter, die für andere Zwecke missbraucht werden könnten, z.B. Metallstangen für Zelte oder Bohrgeräte. Jeder Mitarbeiter, der Güter verteilt, muss angemeldet sein. Die israelische Regierung überprüft dessen eventuelle Verbindungen zur Hamas. Innerhalb dieser Beschränkungen können wir entscheiden, welche Güter wir bringen, wie viele Lastwagen wir einsetzen und wo wir die humanitäre Hilfe über unser Lager und unsere Suppenküche in Khan Younis verteilen. Die israelischen Behörden haben keinen Einfluss darauf, wer unsere Hilfsgüter am Ende bekommt.
Wir haben uns ein eigenes kleines Netzwerk an Helferinnen und Helfern im Gazastreifen aufgebaut. Aus Sicherheitsgründen können wir aktuell keine Namen bekannt geben. Unsere lokalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter koordinieren die Zusammenarbeit und Hilfe, die im Namen von GAiN geleistet wird.
Wir sind mit verschiedenen Akteuren im Gespräch. Allerdings handelt es sich dabei um einen langwierigen Prozess, da wir mögliche Zusammenarbeiten genau prüfen müssen.
Das geht leider nicht. Die Sicherheitsauflagen und Richtlinien zur Einfuhr der Waren sind äußerst streng. Der Einfuhrprozess wird erheblich beschleunigt, wenn wir Lkw anmelden, deren Inhalt nur aus wenigen verschiedenen Produkten in großer Stückzahl besteht. Aus diesem Grund transportieren wir vor allem große Warenspenden von produzierenden Firmen. Wer sich privat engagieren möchte, darf sehr gerne kreative Spendenaktionen ins Leben rufen oder Unternehmen im Bekanntenkreis zum Spenden auffordern.
Insgesamt belaufen sich die Kosten für einen Transport aus Deutschland auf 20.000 Euro. Ein Großteil, etwa 14.000 Euro, wird für die Überfahrt nach Israel, bis in den Hafen von Aschdod, eingesetzt. Die restlichen 6.000 Euro decken die Kosten vom Hafen bis nach Khan Younis. In diesen 20.000 Euro ist alles enthalten, von den entsprechenden Papieren über die Schiffsgebühren bis hin zur Unterbringung und Verpflegung unserer Fahrer.
Für Hilfsgüter, die wir in Israel einkaufen, kommen Transportkosten in Höhe von 6.000 Euro zusammen. Damit ist ebenfalls alles abgedeckt bis zur Übergabe in Khan Younis.
Auch wenn die Situation im Gazastreifen und der gesamten Region sich als äußerst dynamisch erweist, wollen wir unsere Hilfe im Jahr 2026 fortführen und ausbauen. Unser israelischer Partner treibt im eigenen Umfeld Versöhnung zwischen den Völkern voran. Bis es soweit ist, unterstützen wir Menschen im Gazastreifen auf dem beschriebenen Weg.
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